Gefahr durch Süßstoff: Angriff auf unser Darm-Mikrobiom?

Gefahr durch Süßstoff: Angriff auf unser Darm-Mikrobiom?

Ein intakter Darm beherbergt Millionen von Mikroorganismen, die auch als Darmmikrobiom bezeichnet werden und eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit spielen. Forschungsergebnisse zeigen nun, dass chemische Süßungsmittel, die beispielsweise in zahlreichen Softgetränken enthalten sind, multiple Schäden verursachen können. Denn durch den Konsum werden ursprüngliche, natürliche Bakterienstämme in schädigende Mikroorganismen verwandelt.

Nach wie vor setzen viele Menschen auf künstlichen Süßstoff, um ihren Kaffee zu süßen oder Light- sowie Softgetränke ohne Reue genießen zu können. Die vermeintliche “Kalorienreduktion” kann jedoch weitreichende gesundheitliche Konsequenzen haben.

Eine Studie an der Anglia Ruskin Universität in Cambridge untersuchte die Auswirkungen von Süßstoffen wie Aspartam, Saccharin und Sucralose auf unseren Darmtrakt.¹ Die Experten entdeckten, dass künstliche Süßstoffe gesunde Darmbakterien nicht nur krank machen, sondern dass diese auch in die Darmwand eindringen und damit weitreichende Schädigungen hervorrufen.

Patogene Bakterien die Organschäden verursachen

Die Untersuchungen des Studienleiters und Biomedziners Dr. Havovi Chichger zeigten, dass die Süßstoffe Saccharin, Sucralose und Aspartam in der Lage sind zwei Darmbakterienarten pathogen zu machen. Dabei entstehen Escherichia coli und Enterococcus faecalis Bakterien die sich an die Caco-2-Zellen heften und in die Darmwand eindringen.²

Quelle: "Artificial Sweeteners Negatively Regulate Pathogenic Characteristics of Two Model Gut Bacteria, E. coli and E. faecalis", https://www.mdpi.com/1422-0067/22/10/5228, Figure 3

Grundsätzlich sind diese Bakterien zunächst nicht direkt schädlich, dies gilt allerdings nur so lange sie im Darm verbleiben. Doch mit Unterstützung des Süßstoffs sind sie in der Lage die Darmwand zu überwinden und sich über den Blutkreislauf in größerer Anzahl in anderen Organen wie Leber, Nieren und Milz anzusammeln. Dort können Sie eine Reihe von Infektionen verursachen, die bis zu Sepsis und Organversagen führen können.

Bereits 2 Dosen Süßstoff Limonade reichen aus

Für eine Erhöhung der pathogenen Bakterien E. coli und E. faecalis sind bereits zwei Limonaden-Dosen täglich ausreichend und erhöhen das Risiko einer Schädigung der Darmflora enorm.

Dabei kann es unter anderem zu einer Bildung von Biofilmen an der Darmwand kommen. Die darin enthaltenen Bakterien sind resistenter gegen Antibiotika und in der Lage giftige Toxine zu bilden. Wichtige Erkenntnisse, um den Konsum von künstlichen Süßstoffen zu überdenken.

Schwefelhaltige Getränke mit Süßstoffen erhöhen Darmkrebsrisiko

Verbindungen aus Schwefel sind nicht nur in Fleisch, sondern auch in Süßstoffen enthalten. In unserem Darm kommt es bei der Zufuhr zu einer Verstoffwechselung zu Schwefelwasserstoff.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass dieser DNA-Schäden und eine Tumorbildung begünstigen kann. Im Rahmen der Forschungsergebnisse fanden Wissenschaftler heraus, dass eine schwefelreiche Ernährung das Bakterienwachstum von schwefelabbauen Organismen fördert und die damit verbundene Bildung von Schwefelwasserstoff das Darmkrebsrisiko erhöht.³

Insbesondere Getränke mit Süßstoffen, die mit wenig Kalorien beworben werden, enthalten einen hohen Anteil an Schwefelbakterien, der sogar höher ausfällt als bei stark verarbeiteten Fleisch- und Wurstwaren sowie Butter oder Fastfood wie Pommes. Im Gegensatz dazu waren Gemüse, Obst und Vollkorngetreideprodukte am wenigsten „belastet“.

Dennoch sind die Erkenntnisse noch mit Vorsicht zu genießen. Schwefelbakterien sind erst einmal nur ein möglicher Marker für den Verzehr bestimmter Lebensmittel, die nicht in großen Mengen konsumiert werden sollten. Inwiefern diese ursächlich das Darmkrebsrisiko beeinflussen, ist unklar.

Sucralose nicht zur Gewichtsreduktion geeignet

Bei Sucralose handelt es sich um einen künstlichen Süßstoff, der häufig in Süßpulver aber auch in niedrigkalorischen Getränken eingesetzt wird. Diese enthalten allerdings gleichzeitig häufig Maltodextrin. Eine Studie belegt, dass die Kombination aus Sucralose und Maltodextrin direkt nach Verzehr für eine hohe Insulinausschüttung sorgt, die alle kalorienreduzierten Effekte zerstört.4 Durch die Insulinausschüttung wird die Verbrennung von Fett verhindert und die Neubildung gefördert.

Ein weiterer negativer Aspekt: Getränke, die den Süßstoff Sucralose enthalten, scheinen den Appetit zu steigern. Zumindest zeigt eine Durchblutungsanalyse bei Aufnahme von Sucralose eine erhöhte Hirnaktivität im Bereich des Appetitzentrums.5

Unser Fazit: Wer gern Süße genießen und dabei auf krankmachenden Haushaltszucker, ungesunden Fruchtzucker oder künstliche Süßstoffe verzichten möchte, der kann auf eine ganze Reihe von natürlichen Zuckeralternativen zurückgreifen. Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie in unseren weiteren Blogbeiträgen:

Top 9 Zuckeralternativen: Unsere Favoriten auf einem Blick

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Quellen

[1] Vgl. International Journal of Molecular Sciences: ANGLIA RUSKIN UNIVERSITY: Study shows potential dangers of sweeteners, https://www.eurekalert.org/pub_releases/2021-06/aru-ssp062321.php, 2021
[2] Vgl. Aparna Shil, Havovi Chichger: "Artificial Sweeteners Negatively Regulate Pathogenic Characteristics of Two Model Gut Bacteria, E. coli and E. faecalis", https://www.mdpi.com/1422-0067/22/10/5228, 2021
[3] Vgl. PubLMed.gov,"Association Between the Sulfur Microbial Diet and Risk of Colorectal Cancer", https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34767023/, 2021
[4] Vgl. PubLMed.gov,"Short-Term Consumption of Sucralose with, but Not without, Carbohydrate Impairs Neural and Metabolic Sensitivity to Sugar in Humans", https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32130881/, 2020
[5] Vgl. PubLMed.gov,"Obesity and Sex-Related Associations With Differential Effects of Sucralose vs Sucrose on Appetite and Reward Processing: A Randomized Crossover Trial", https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34581796/, 2021

Rechtlicher Hinweis:

Dieser Artikel wurde von uns ausschließlich zur Information verfasst und gibt Hinweise zu unterstützenden Maßnahmen, wie sie aktuell in der Medizin diskutiert werden. In jedem Fall sollten alle Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt bzw. Therapeuten abgesprochen werden. Ein guter Allgemein- und Ernährungsstatus kann dem Organismus helfen, Erkrankungen vorzubeugen oder diese zu überwinden. Alle zu den Stoffen getroffenen Aussagen beschreiben Eigenschaften und physiologische Wirkungen, die bei Konsumenten natürlicherweise unterschiedlich ausfallen können und stellen keine Heil- oder Gesundheitsversprechen dar.

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