Einfach ungesättigter Herzschutz

Zahlreiche Erkenntnisse der letzten Jahre sprechen eine allgemein fettreiche Ernährung von der Hauptschuld an Herz-Kreislauf-Erkrankungen frei. Seitdem konzentriert sich die Fahndung nach Risikofaktoren verstärkt auf qualitative Aspekte der Fettzufuhr. Für reichlich Diskussionsstoff sorgt nach wie vor die Frage, welche Rolle gesättigte Fettsäuren in diesem Zusammenhang spielen. Neue Argumentationspunkte für diese Diskussion liefert eine amerikanische Crossover-Studie zur unterschiedlichen Wirkung von Palmitin- und Ölsäure. Diese ist mit einer Teilnehmerzahl von 18 Personen zwar relativ klein. Doch durch das streng standardisierte Design konnten viele Störfaktoren ausgeschlossen werden, so dass sich die Beobachtungen nahezu ausschließlich auf die Fettsäuren konzentrieren konnten. So wurden nur Teilnehmer ausgewählt, die sich in ihrem Lebensstil, ihrem Gesundheitszustand und ihren bisherigen Ernährungsgewohnheiten kaum unterschieden und in etwa der amerikanischen Durchschnittsbevölkerung entsprachen. Diese bekamen von den Studienleitern über 9 Wochen hinweg standardisierte, fettarme Mahlzeiten und Getränke vorgesetzt. Ihre tägliche Kost unterschied sich folglich lediglich in den drei Ölgemischen, die sie für jeweils 3 Wochen zusätzlich zu den Mahlzeiten essen sollten:

Ein Ölgemisch war reich an der gesättigten Palmitinsäure und enthielt 89% Palmöl, 7% Erdnussöl und 4% Olivenöl. Die zweite Ölzubereitung bestand zu 100% aus Haselnussöl, das reich an der einfach ungesättigten Ölsäure ist. Zur Kontrolle wurde ein Ölgemisch verwendet, das beide Fettsäuren in einem ausgeglichenen Verhältnis enthielt (bestehend aus 37% Palmöl, 44% Haselnussöl, 19% Sonnenblumenöl).

Während der 3 Wochen, in denen die Teilnehmer das ölsäure-reiche Ölgemisch bekamen, sanken der LDL-Spiegel, das LDL/HDL-Verhältnis und dementsprechend auch der Gesamtcholesterinwert. Gleichzeitig fielen die Serumkonzentrationen des Entzündungsmarkers CRP während dieser Diät deutlich niedriger als unter der Palmitinsäure-reichen Kost. Als Erklärungsansatz hierfür merken die Autoren an, dass Ölsäure in der Leber ein Enzym namens ACAT beeinflusst, wodurch die Aufnahme von LDL-Cholesterin aus dem Blut und dessen Abbau gefördert wird. Palmitinsäure hat den gegenteiligen Effekt.

Darüber hinaus beobachten die Wissenschaftler auch leichte Veränderungen auf der Ebene der Genexpression, die darauf hindeuten, dass unter ölsäure-reicher Kost möglicherweise weniger körpereigenes Cholesterin gebildet wird. Dieser Mechanismus wäre etwa vergleichbar mit dem von Statinen.

In Anbetracht dieser und früherer Beobachtungen schlussfolgern die Autoren, dass das Bevorzugenvon Ölsäure-reichen Nahrungsmitteln wie Olivenöl, Haselnüssen und Mandeln gegenüber Palmitinsäure-reichen Fetten wie Butter oder Schmalz das Cholesterinprofil im Blut deutlich verbessern kann. Gleichzeitig untermauern sie den Standpunkt, dass der Ölsäuregehalt ein wesentlicher Grund dafür ist, warum zahlreiche Studien mediterranen Ernährungsformen sowie explizit Olivenöl und Nüssen positive Effekte auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-System bescheinigen.

Quelle: Kien CL et al.: Dietary intake of palmitate and oleate has broad impact on systemic and tissue lipid profiles in humans. Am J Clin Nutr; 99(3):436-45: 2014 [Abstract]

Mit freundlicher Erlaubnis übernommen aus dem FET-Mitgliedernewsletter März 2014 > Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.  www.fet-ev.eu 

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