Steckt in Biofrüchten doch mehr für die Gesundheit?

Zahlreiche Meldungen und Lebensmittelskandale geben dem Bio-Boom immer wieder einen Dämpfer: Bio-Gemüse und Obst sind nicht nährstoffreicher als konventionelle Früchte.

Neuere Analysen kommen allerdings zu anderen Ergebnissen. So wiesen brasilianische Wissenschaftler in ökologisch erzeugten Tomaten einen doppelt so hohen Vitamin C-Gehalt nach als in konventionellen Exemplaren. Auch der Gehalt an Phenolen und die Aktivität von Enzymen waren deutlich erhöht (1). Als Erklärung für die höhere Konzentration der antioxidativ wirkenden Substanzen vermuten die Autoren vermehrten Stress. Tomaten, die unter natürlichen Bedingungen ohne Einsatz von Pestiziden wachsen und einem wechselnden Klima ausgesetzt sind, müssen wesentlich mehr Abwehrstoffe bilden, um zu überleben. Das Fazit der Autoren: Die konventionellen Tomaten sind aufgrund der idealen Wachstumsbedingungen zwar größer, in den Bio-Tomaten steckt allerdings mehr antioxidatives Potenzial.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch amerikanische Wissenschaftler beim Vergleich von Bio-Erdbeeren mit konventionellen Früchten. Unter ökologischen Bedingungen angebaute Erdbeeren wiesen eine deutlich höhere antioxidative Aktivität auf (2).

Quellen:

1) Oliveira AB et al.: The Impact of Organic Farming on Quality of Tomatoes Is Associated to Increased Oxidative Stress during Fruit Development. PLoS One; 8(2):e56354: 2013 [Abstract]

2) Kristl et al.: Strawberries From Integrated and Organic Production: Mineral Contents and Antioxidant Activity. Acta chimica slovenica; 60:19-25: 2013 [Studie]

Mit freundlicher Erlaubnis übernommen aus dem FET-Mitgliedernewsletter Januar 2013 > Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.  
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