Moringa oleifera – Nährpotenzial von der Wurzel bis zur Blattspitze

Ein Apfel am Tag ist gesund, keine Frage. Doch würden Sie der Gesundheit zuliebe auch andere Teile des Apfelbaumes essen? Hierzulande ist das schwer vorstellbar. Doch in den tropischen und subtropischen Regionen Südasiens, Afrikas und den pazifischen Inseln wächst ein Baum, der von den Blattspitzen bis zum Wurzelstock essbar ist: Moringa oleifera. Und dieser Baum hat es in sich. Denn nur wenige Pflanzen sind so reich an Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. So enthalten Moringablätter hohe Mengen an den Vitaminen A, C und E sowie an den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Eisen und Selen. Dabei übertrifft die Pflanze die Nährstoffgehalte bekannter Spitzenreiter zum Teil um ein Vielfaches. Die Früchte liefern pro 100 g mehr Vitamin C (120 mg) als die gleiche Menge an Orangen (50 mg) oder Brokkoli (67  mg); die Blätter hingegen mehr Vitamin A (6,8 mg) als Möhren (1,5 mg, mehr Eisen (7 mg) als Rindfleisch (2,2 mg) und deutlich mehr Kalzium (440 mg) als Kuhmilch (120 mg).

Bemerkenswert ist zudem der Gehalt an hochwertigem Eiweiß. Der Moringa-Baum liefert nahezu alle essenziellen Aminosäuren in nennenswerten Mengen. Das sind genau die Eiweißbausteine, die der Körper selbst nicht herstellen kann, die er aber für den Aufbau von Muskeln, Kollagen, Enzymen und einigen Hormonen dringend benötigt. Es verwundert also kaum, dass in vielen Ländern Afrikas und Südamerikas intensiv daran gearbeitet wird, Moringa-Bäume zur besseren Versorgung der von Hunger und Mangelernährung geprägten Bevölkerung zu kultivieren. Doch Moringa oleifera ist nicht nur eine ausgezeichnete Nährstoffquelle, sondern trägt auch zahlreiche Substanzen in sich, die in der Wissenschaft hinsichtlich verschiedener gesundheitlicher Wirkungen untersucht werden. In den natürlichen Verbreitungsgebieten wie Indien, Pakistan, den Philippinen oder Ostafrika ist die Pflanze laut Anwar F und Mitarbeitern schon lange sehr beliebt. Die Wissenschaftler fanden daraufhin heraus, dass die Blätter und die Wurzeln besondere Substanzen enthalten.

Die meisten dieser Substanzen zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. So enthält die Pflanze beispielsweise einige antioxidativ und antimikrobiell wirkende Substanzen aus der Gruppe der Carotinoide und Flavonoide. Auch bringt Moringa einige Wirkstoffe mit, die bereits das Interesse der Krebsforschung weckten. Dank dieses Repertoires verfügt Moringa oleifera durchaus über das Potenzial, in den nächsten Jahren von der Wissenschaft genauer unter die Lupe genommen zu werden.

Quellen: 
(1) Anwar F et al.: Moringa oleifera: a food plant with multiple medicinal uses. Phytother Res; 21(1):17-25: 2007
(2) Nährwerttabelle Moringa oleifera: http://www.novertis.com/wpress/wp-content/uploads/2010/02/Moringa.pdf. Zuletzt abgerufen am 02.04.2013

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