Mit Sport zu einem besseren Essverhalten

Physiologen entdecken immer neue Argumente, warum sich intensive körperlich Bewegung beim Abnehmen lohnt. Neben der Verbrennung überschüssiger Kalorien, beeinflusst Sport auch das Hungerempfinden und die Affinität zu bestimmten Speisen. Britische Wissenschaftler untersuchten nun mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT), welche Wirkungen eine intensive körperliche Belastung auf die Aktivität einzelner Hirnareale ausübt. Nach einem 60-minütigen Sportprogramm für die Testgruppe und einer Ruhepause für die Kontrollgruppe, unterzogen sich die Teilnehmer einer fMRT-Messung, bei der sie Bilder von hoch- sowie niedrigkalorischen Speisen betrachteten. Unter normalen Bedingungen bewirkt der Anblick von schmackhaften, kalorienreichen Lebensmitteln eine höhere Aktivität des Belohnungszentrums als energiearme. Dies erklärt auch, warum wir mitunter nur schwer die Finger von Fettigem und Süßem lassen können. Während sich dieser Effekt in der ausgeruhten Kontrollgruppe bestätigte, zeigte die Sportgruppe ein anderes Muster. Nach dem intensiven Training reagierten die zum Belohnungszentrum gehörenden Hirnregionen stärker auf Früchte und Gemüse, während das neuronale Glücksgefühl beim Betrachten von Fastfood, Chips und Kuchen unterdrückt wurde.

Sport könnte demnach neben der Fitness auch das Essverhalten trainieren. Das Belohnungszentrum spielt eine zentrale Rolle beim Erlernen von Verhaltensmustern. Aktiviert eine bestimmte Handlungsweise die zugehörigen Neuronen, werden Endorphine freigesetzt. Gleichzeitig erhält die angebundene Gedächtnisregion ein Signal, die Handlung unter der Rubrik „zum Wiederholen geeignet“ zu speichern. Wenn Sport tatsächlich die Vorliebe für kalorienarmes Essen trainiert und für energiereiches unterdrückt, wie es die Studienergebnisse andeuten, könnte dieser das Erlernen eines bewussteren Essverhaltens unterstützen.

Am Rande der Studie bestätigten die Wissenschaftler zudem erneut die Beobachtung, dass durch körperliche Aktivität der Blutspiegel des Hungerhormons Ghrelins sinkt, während sich der des appetithemmenden Hormons Peptid YY erhöht. Damit liefern sie neue Fakten, warum sich Sport als Ergänzung zur Ernährungsumstellung lohnt und weitere Argumente, um Patienten zu mehr Bewegung zu motivieren.

Quelle: Crabtree DR et al.: The effects of high-intensity exercise on neural responses to images of food. Am J Clin Nutr; 99(2):258-67: 2014 [Abstract]

Mit freundlicher Erlaubnis übernommen aus dem FET-Mitgliedernewsletter Februar 2014 > Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.  www.fet-ev.eu 

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