Jod - essentielles Spurenelement für unseren Körper

Jod - essentielles Spurenelement für unseren Körper

Jod ist ein echtes Allroundtalent und gilt als lebensnotwendiger Baustein für unsere Gesundheit. Doch welche Rolle übernimmt das Spurenelement in unserer Schilddrüse und unserem Stoffwechsel? Wieviel davon benötigen wir und was genau passiert bei einer Über- oder Unterversorgung? In unserem Blogbeitrag gehen wir den wichtigsten Fragen zum Mineralstoff auf den Grund.

Was ist Jod?

Jod gilt als essentiell für die Ernährung von Menschen sowie Tieren. Unser Körper kann den Mineralstoff nicht selbst produzieren und muss diesen über die Nahrung aufnehmen.

Anders als bei Mengenelementen reichen hier bereits moderate Dosiermengen aus, um den Körper optimal zu versorgen. Jod übernimmt in unserem Organismus zahlreiche Funktionen und zählt zu den wichtigen Elementen für unsere Gesundheit.

Wieviel Jod täglich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 150-200 µg für Erwachsene. Schwangere und stillende Frauen haben einen höheren Bedarf, der bei etwa 230 bzw. 260 µg pro Tag liegt.

Eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass bei rund 30 Prozent der Erwachsenen sowie 44 Prozent der Kinder Risiken für eine Unterversorgung mit dem Spurenelement bestehen.¹

Worin ist Jod enthalten?

Jod ist sowohl in pflanzlichen, als auch in tierischen Produkten enthalten und schwankt regional aufgrund des im Boden und Wassers varriereden Jodanteils sowie der Nutztierhaltung. Reich an Jod sind neben Seefisch und Meerestieren auch Innereien, Milch, Eier aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Champignons, Brokkoli, Erdnüsse, Kürbiskerne und Spinat.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht:

 

Quelle: JODBROSCHÜRE: "Jodgehalt in Nahrungsmitteln", https://schilddrueseninstitut.at/Jodbroschuere.pdf

Welche Rolle spielt Jod in unserem Körper?

Die höchste Konzentration an Jod findet sich in unserer Schilddrüse, die das Mineral für die Produktion der Hormone Thyroxin (T3), Triiodthyronin (T4) sowie deren Vorstufe Diiodtyrosin benötigt.

Jod ist demnach an der Herstellung der Hormone T4 und T3 beteiligt. Eine besonders große Rolle kommt T3 zu, da es etwa 5-fach schneller wirkt als T4 und in den meisten Geweben in unserem Körper schneller anschlägt. Die Hormone unserer Schilddrüse sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt, die wir Ihnen im Folgenden näher beschreiben.

Fötus im Mutterleib: Hier sind die Schilddrüsenhormone am Wachstum des Körpers beteiligt und stimulieren das Wachstumshormon STH (Somatotropin). Darüber hinaus ist T3 an der Entwicklung des Gehirns sowie an der Synapsenbildung und Ausbringung der Nervenzellen beteiligt.

Zell- sowie Energiestoffwechsel: T3 unterstützt den Verbrauch an Sauerstoff sowie den Umsatz der Energie in unseren Mitochondrien. Darüber wird Wärme freigesetzt. Dieser Prozess ermöglicht es, über die Bildung von Schilddrüsenhormonen einem Kälteeffekte von außen entgegenzuwirken. Aus diesem Grund kommt es auch zu jahreszeitlich bedingten Schwankungen der Hormone in unserem Blut. T3 sowie T4 dienen als Regulatoren in unserem Mitochondrien. Durch Anregung diverser Zellvorgänge können so unsere Zellkraftwerke aktiviert werden.²

Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Eiweißen sowie Fetten: T3 ist in der Lage den Blutzuckerspiegel zu erhöhen und in entgegengesetzter Richtung zu dem Hormon Insulin zu wirken. T3 erhöht die Glucoseaufnahme in unserem Darm und regt die Neubildung und ein Freisetzen von Zucker aus dem Körperspeicher an. Darüber hinaus wird die Eiweißsynthese erhöht. Zusätzlich erhöhen sich die freien Fettsäuren, da durch T3 die zugehörigen Enzyme zur Neubildung der Fettsäuren angeregt werden. Dabei wird auch der Abbau von Fett unterstützt. Darüber hinaus erfolgt die Regulierung des Cholesterin Stoffwechsels über die Hormone.

Immunsystem, Hormonstoffwechsel, Stress: T3 sowie T4 beeinflussen den Hormonhaushalt. Dabei kommt es unter anderem zu einer Anregung von Adrenalin und zur Bildung von Steroidhormonen, darunter Testosteron, Östrogen und Progesteron.³ So besitzt die Schilddrüse einen Effekt auf unsere Libido sowie die Fruchtbarkeit und erhöht die Wirksamkeit verschiedener Neurotransmitter. Aufgrund der Effekte auf die Steroidhormone lässt sich eine Veränderung im Stoffwechsel von Cholesterin bei Funktionsstörungen der Schilddrüse erklären. Darüber hinaus unterstützt T3 ein gutes Immunsystem, denn es fördert ein wichtiges Enzym bei der Zellatmung und vermindert dabei die Bildung freie Radikale in den Zellen und minimiert oxidativen Stress. Dies nimmt einen positiven Einfluss auf das gesamte Immunsystem.⁴

Herz-Kreislauf und Muskeln: Über T3 werden die Herzzellen für Adrialin sowie Noradrenalin sensibilisiert und können so für eine erhöhte Herzfrequenz sorgen. Darüber hinaus gibt es Studien die davon ausgehen, dass die Schilddrüsenhormone Effekte auf den Aufbau unserer Muskulatur haben.⁵

Magen, Darm, Leber, Nieren: Die Hormone der Schilddrüse beeinflussen darüber hinaus unsere Verdauungsorgane. Dabei regt T3 unter anderem die Bildung von Magensäure sowie die Darmbewegung an. In Magen und Darm nimmt T3 einen Einfluss auf die Durchlässigkeit der Schleimhaut. Experten sehen hier eine Verbindung zwischen Schilddrüsenerkrankungen und dem sogenannten Leaky Gut Syndrom.⁶ In den Nieren erhöhen die Hormone die Filterfunktion und unterstützen die Wiederaufnahme von Natrium sowie die Ausscheidung von Kalium. In der Lebern wird über die Hormone der Schilddrüse der Medikamentenabbau und eine Entgiftung gefördert.

Was passiert bei einem Jodmangel?

Bei einem Mangel reduziert sich die Konzentration der Schilddrüsenhormone in unserem Blut. Ist dies über einen längeren Zeitraum der Fall, kann es zu einem Wachstum des Schilddrüsengewebes kommen, bei dem der Umfang der Schilddrüse in Form eine Kropfbildung zunehmen kann. Dabei werden in den Zellen der Schilddrüse Wachstumsfaktoren angeschoben, die die Gewebezunahme auslösen. Mit Jodzufuhr oder einer gezielten Medikamentengabe kann diese Veränderung sich wieder zurückbilden.

Es kommt dabei zu einem schleichenden Voranschreiten und die Symptome werden häufig zu Beginn nicht sofort bemerkt. Bei einer stärker ausgeprägten Unterfunktion der Schilddrüse kommt es bei den Patienten in der Regel zu Müdigkeit, Konzentrationsstörung, Zunahme an Gewicht oder einem hohen Schlafbedürfnis.

Welche Auswirkungen hat eine Jodüberversorgung?

Eine Überversorgung mit Jod tritt eher selten auf. Bei einem gesunden Menschen werden toxische Auswirkungen erst bei rund 500 µg Jod täglich über einen längeren Zeitraum hinweg, beobachtet.

Der Auslöser kann jedoch auch in einer Erkrankung begründet sein. Dazu zählen unter anderem Autoimmunerkrankungen unserer Schilddrüse (wie Morbus Basedow oder Hashimoto Thyreoiditis), deren Ursachen nicht einwandfrei geklärt sind.

Eine Überversorgung zeigt sich unter anderem zum Beispiel über Schmerzen oder Brennen im Mundraum beziehungsweise Hals aber auch über einen metallischen Geschmack, intensiven Speichelfluss oder Beschwerden in Magen und Kopf.

Welche Jodzufuhr ist bei Hypothyreose (Unterfunktion) bzw. bei Hyperthsreose (Überfunktion) der Schilddrüse empfehlenswert?

 

Fazit: Jod übernimmt in unserem Körper Schlüsselrollen bei der Funktion der Schilddrüse und die damit verbundenen Stoffwechselvorgänge.  Nur mit Unterstützung einer ausgeglichenen Jodversorgung, lässt sich unsere Gesundheit nachhaltig unterstützen. Diese basiert auf der persönlichen körperlichen Verfassung sowie auf möglichen Erkrankungen und sollte im Einzelfall individuell bestimmt werden.

Quellen

[1] Vgl. Robert-Koch Institut: "Wenn Salz, dann Jodsalz", 12/2021, https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2021/12/wenn_salz__dann_jodsalz-269752.html, 18.03.2021

[2] Vgl. PubMed.gov: "Transcriptional control of mitochondrial biogenesis: the central role of PGC-1alpha", doi: 10.1093/cvr/cvn098, 2008

[3] Vgl. PubMed.gov: "Secretion of testicular steroids and gonadotrophins in hypothyroidism", doi: 10.1111/j.1439-0272.2007.00798.x., 2007

[4]  Vgl. PubMed.gov: "Tissue-specific regulation of cytochrome c oxidase subunit expression by thyroid hormone", doi: 10.1152/ajpendo.00478.2003, 2004

[5] Vgl. PubMed.gov: "Thyroid hormones and skeletal muscle--new insights and potential implications", doi: 10.1038/nrendo.2013.238, 2014

[6] Vgl. PubMed.gov: "Tri-iodothyronine supplement protects gut barrier in septic rats", oi: 10.3748/wjg.v9.i2.347, 2003

FETeV: "Jod – wichtig für Schilddrüse und Stoffwechsel", https://fet-ev.eu/jod/, 2021

Rechtlicher Hinweis:

Dieser Artikel wurde von uns ausschließlich zur Information verfasst und gibt Hinweise zu unterstützenden Maßnahmen, wie sie aktuell in der Medizin diskutiert werden. In jedem Fall sollten alle Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt bzw. Therapeuten abgesprochen werden. Ein guter Allgemein- und Ernährungsstatus kann dem Organismus helfen, Erkrankungen vorzubeugen oder diese zu überwinden. Alle zu den Stoffen getroffenen Aussagen beschreiben Eigenschaften und physiologische Wirkungen, die bei Konsumenten natürlicherweise unterschiedlich ausfallen können und stellen keine Heil- oder Gesundheitsversprechen dar.

 

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