Eingeschränktes Bewegen macht Schmerzen

Wir Menschen sind genetisch dafür konzipiert alle Bewegungen auszuführen, die aufgrund der Gelenke in uns „eingebaut“ sind. Führen wir über das Bewegungsprofil eines Tages, längstens einer Woche, die Bewegungen aus die alle Winkel und Längen die genetisch möglich sind umfassen, so kann unser Körper auf der Bewegungsebene „funktionieren“. Funktionieren heißt, dass die Bewegungsansteuerung vom Gehirn, unsere Muskeln, die Faszien sowie das Zusammenspiel der Knochen optimal sind.

Die meisten Menschen sind von diesem Idealzustand sehr weit entfernt, weil die wichtigste Voraussetzung, die eigentlich mögliche 100 Prozent umfassende Bewegung, nicht annähernd
genutzt wird. Die Möglichkeiten des Schultergelenks beispielsweise nutzen wir zu ca. 8, die der Wirbelsäule zu vielleicht 5 Prozent. Alle Gelenke zusammengefasst unserer Einschätzung nach durchschnittlich zu nicht mehr als 10 Prozent. Diese massiven Einschränkungen verändern zunächst die Bewegungsprogramme des Gehirns. Daraus resultieren veränderte – meist überhöhte - Grundspannungen und Ansteuerungskräfte der Muskeln.

Das Netz des Bindegewebes, der Faszien wird permanent von kleinen Spinnentierchen, den so genannten Fibroblasten, repariert, neu gewoben, abgebaut. „Auftraggeber“ dieser Umstrukturierungsarbeiten ist die Bewegung, die wir durchführen – oder aber auch nicht. Die Zugkräfte der Muskeln und Faszien aus denen Sehnen und Bänder „gewoben“ sind,
werden im Laufe von Jahren und Jahrzehnten durch steigende Unflexibilität und Verkürzungen aufgrund der Muskelansteuerungen immer größer. Die Faszien verfilzen. Daraus resultieren zu hohe Belastungen der Gelenke und deren Knorpel, sowie der Wirbelsäule und deren Bandscheiben. Das Gehirn erzeugt Schmerzen – von uns so genannten Alarmschmerzen - um genau die Bewegungen zu verhindern, die aufgrund der zu hohen Belastungen zu Arthrose, Meniskuseinrissen, Bandscheibenschäden, Spinalkanalstenose, Sehnen- und Bänderverletzungen und entzündungsähnlichen Zuständen an Schleimbeuteln führen.

Da die stark angespannten Muskeln sowie die verfilzen Faszien Gefäße und Nerven abdrücken kommt es zu einschlafenden Füßen und Händen, zu Fußheberschwäche und ähnlichen Symptomen. Und schließlich verändern sich die Knochen, da die Faszien so stark ziehen, dass überall wo Sehnen (Faszien) angewachsen sind Auswölbungen und veränderte Knochenstellungen wie beim Fersensporn, dem Rundrücken oder dem Hallux Valgus, dem Hammerzeh, entstehen.

Diese Entwicklung, die bei alten Menschen für unabänderlich gehalten wird, ist letztlich unwissentlich selbst „antrainiert“. Sie hat mit dem Alter nichts zu tun, sondern mit der zunehmenden „Trainingszeit“ gleich Lebenszeit. Die einzige Möglichkeit der Heilung besteht darin, die schädigenden Überspannungsprogramme im Gehirn zu löschen (Osteopressur) und durch spezielle Schmerzfrei-Übungen (Engpassdehnungen) oder andere geeignete Maßnahmen für den Ausgleich der fehlenden Bewegungsvielfalt zu sorgen.

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 * Mit freundlicher Erlaubnis übernommen von Dr. Petra Bracht, Liebscher & Bracht

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