Darmmikrobiom - beeindruckender Einfluss auf unsere Gesundheit

Unser Darmmikrobiom umfasst Milliarden von Mikroorganismen, die unseren Darm besiedeln. Das Gleichgewicht dieses mikrobiellen Systems ist entscheidend für unsere Gesundheit. Wie stark der Einfluss ist, zeigen internationale Studien. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Darmmikrobiom sinnvoll schützen und langfristig unterstützen können.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Aufbau von Mikroben im Darm einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit hat und entscheidend für die Prävention und Heilung von Krankheiten sein kann. Unsere Darmflora hat einen Einfluss auf die unterschiedlichsten Organe, darunter unsere Haut, Lunge oder Leber. Zahlreiche Krankheitsbilder wie Depressionen, chronische Erschöpfungs- zustände, Allergien, Fettleibigkeit, Multiple Sklerose, Krebs hängen ebenfalls mit dem Aufbau der Darmmikroben zusammen.[1]

Eine Studie des National Institute of Health verdeutlicht beispielsweise, dass Darmmikroben Antitumor-Immunantworten in der Leber kontrollieren und sich unter Antibiotikaeinnahme die Zusammensetzung der Immunzellen in der Leber verändert, was wiederum ein Auslöser für Tumorwachstum sein kann.[2]  Weitere Studien belegen, dass bestimmte Darmbakterien Entzündungen unterdrücken, die bei fast allen Krebsarten zugrunde liegen.[3]

Bauchhirn? – Unser enterisches Nervensystem!

Unser Magen-Darm-Trakt beherbergt einen Großteil unseres Immunsystems und wird auch als zweites Gehirn bezeichnet.[4] Wir besitzen zwei Nervensysteme: das zentrale Nervensystem besteht aus Gehirn sowie Rückenmark. Das so genannte enterische Nervensystem ist das innere Nervensystem des Magen-Darm-Traktes. Während der fetalen Entwicklung erfolgt die Herstellung beider aus dem gleichen Gewebe. Später entwickelt sich ein Teil zum zentralen Nervensystem, der andere zum enterischen Nervensystem. Beide sind über den Vagusnerv, den 10. Hirnnerv, der vom Hirnstamm bis zum Bauch verläuft, miteinander verknüpft. Die Darmbakterien übertragen über den Vagus-Nerv Informationen an unser Gehirn. Das Darmmikrobiom besitzt somit einen enormen Einfluss auf unsere psychische Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Darm und unsere Herzgesundheit

Unser Darm beeinflusst die Gesundheit unseres Herzens. Eine Studie zeigt, dass Herzinfarkt und Schlaganfall eng mit dem Fehlen bestimmter Darmmikroben zusammenhängen. Forscher konnten u. a. nachweisen, dass das Darmmikrobiom eine wichtige Rolle im Hinblick auf das Risiko für Atherosklerose (krankhafte Einlagerung von Cholesterinester und anderen Fetten) spielen.Sie beschrieben die Möglichkeit mit Hilfe einer Neubesiedlung der Darmflora mit nützlichen Bakterien einen signifikanten Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall nutzen zu können. Dazu wird als vorbeugende Maßnahme beispielsweise eine pflanzliche, ballstoffreiche Ernährung empfohlen, um die Bildung von Plaque zu reduzieren. Darüber hinaus wurde die Wirkung von Präbiotika beschrieben, die den Blutdruck und Hypertonie (Bluthochdruck) positiv beeinflussen und somit einen weiteren Risikofaktor für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall reduzieren. [5]

Unser Darm und die Wirkung von Chemotherapeutika sowie Immuntherapeutika

Darmbakterien besitzen darüber hinaus einen Einfluss auf die Wirksamkeit von Medikamenten. Das Vorhandensein bestimmter Darmbakterien kann beispielsweise die Reaktionen von Patienten auf Medikamente verstärken. Darüber hinaus können Darmbakterien dazu genutzt werden, um das Immunsystem zu aktivieren. Sind im Gegensatz dazu spezifische Mikroben im Darm überhaupt nicht vorhanden, können Medikamente wie beispielsweise Antikrebsmittel überhaupt nicht wirken. Dies wurde u. a. bei Cyclophosphamid, einem Chemotherapeutikum nachgewiesen.[6]

Forscher konnten auch den Einfluss von Darmbakterien im Zusammenhang auf Immuntherapeutika nachweisen, die durch die Aktivierung des Immunsystems gegen Krebszellen wirken. Die Forscher erkannten, dass das Darmmikrobiom der Schlüssel zum Erfolg sein kann. Sie gaben in einer 2015 veröffentlichen Studie bekannt, dass Mäuse, denen Bacteroides fragilis verabreicht wurde, deutlich besser auf eine medikamentöse Behandlung reagierten, als mikrobenfreie Mäuse.[7]

Darmmikrobiom und Antibiotika

Eine Studie zeigt, dass eine Behandlung mit Antibiotika die Reaktion auf Immuntherapien verschlechtert. Antibiotika tötet wahllos Darmbakterien und reduzieren dadurch wertvolle Immunhelfer des Darms.[8] Im Punkt „Eigene Darmgesundheit dauerhaft optimieren“ lesen Sie, wie Sie während und nach der Einnahme von Antibiotika ein gesundes Darmmikrobiom wiederherstellen können.

Präbiotika und unsere Psyche

In einem Artikel, der in der Biological Psychiatry veröffentlicht wurde, beschreiben die Autoren, dass sogar schwere und chronische psychische Gesundheitsprobleme, einschließlich posttraumatischer Belastungsstörungen, durch die Verwendung bestimmter Präbiotika beseitigt werden könnten. Insbesondere die Bakterienstämme Lactobacillus helveticus und Bifdobacterium longum sollen dabei eine positive Rolle spielen.[9] Der folgende Abschnitt beschreibt u. a., welche Nahrungsmittel Präbiotika enthalten.

Eigene Darmgesundheit dauerhaft unterstützen

Wir können unser Darmmikrobiom sinnvoll unterstützen und uns somit vor einer Reihe chronischer Krankheiten unterstützend schützen. Dabei sollten wir vor allem Zucker und verarbeitete Lebensmittel reduzieren. Zucker ernährt Mikroben, die einen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit haben.

In zyklischen Abständen kann auch eine ketogene Diät sinnvoll sein. Dazu können Sie ein- bis zweimal pro Woche die Nettokohlenstoffmenge erhöhen (Gesamtkohlenhydrate minus Ballaststoffe). Allerdings nicht dauerhaft! Denn während eine ketogene Ernährung zunächst das Darmmikrobiom verbessert, kann eine kontinuierliche Ketose langfristig aufgrund der überschüssigen Zuckereliminierung problematisch für die Darmflora sein. Achten Sie auf viel faserreiches Gemüse. Setzen Sie auf Präbiotika, die vor allem in ballaststoffreichen Lebensmitteln enthalten sind. Es gibt lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Kombinieren Sie am besten beide. Unlösliche Ballaststoffe sind u. a. in dunkelgrünem Blattgemüse, grünen Bohnen, Sellerie und Karotten enthalten. Gute Darmbakterien gedeihen auf unverdaulichen Ballaststoffen. Inulin (wasserlöslicher Ballaststoff) in Spargel, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln fördert ebenfalls die nützlichen Darmbakterien.

    • Konsumieren Sie regemäßig traditionell fermentierte und gezüchtete Lebensmittel beispielsweise Lassi, Kefir, Natto sowie eingelegte Fermentationen von Kohl, Gurken, Kürbis etc.

    • Setzen Sie auf Sporen-basierte probiotische Ergänzung, insbesondere während/nach der Einnahme von Antibiotika. Sporebiotika aus der Zellwand von Bacillus Sporen können Ihren Darm bereichern und die Immuntoleranz erhöhen. Da Sporebiotika nur die Spuren und keine lebenden Bacillus-Stämme enthalten, werden sie von Antibiotika nicht zerstört. Sporebiotika können höchst wirksamer dazu beitragen, ein gesundes Darmmikrobiom wiederherzustellen.

    • Reduzieren Sie den Fleischkonsum und vermeiden Sie Fleisch aus der konventionellen Landwirtschaft wie auch andere tierische Erzeugnisse, da die Tiere aus konzentrierten Tierfütterungsbetrieben (CAFOs) regelmäßig niedrig dosierte Antibiotika sowie gentechnisch verändertes Futter erhalten, welche ebenfalls im Zusammenhang mit einer Zerstörung der Darmflora stehen.[10]

    • Vermeiden Sie die Nutzung antimikrobieller Desinfektionsmittel wie antibakterielle Seifen und Sprays die Triclosan (chemisch erzeugter, antimikrobieller Wirkstoff) enthalten, um Ihr Mikrobiom zu schützen und zu erhalten.[11]
 


                 [1] Institute of Science for Society February 26, 2014, http://www.i-sis.org.uk/The_Gut_Microbiome_and_Cancer.php

[2] NIH.gov, May 24, 2018, https://www.nih.gov/news-events/news-releases/nih-study-finds-gut-microbiome-can-control-antitumor-immune-function-liver

[3] Nature May 23, 2018, https://www.nature.com/articles/d41586-018-05208-8

[4] Scientific American February 12, 2010, https://www.scientificamerican.com/article/gut-second-brain/   

[5] Biological Psychiatry November 15, 2013; 74(10): 720-726, NPR November 18, 2013, Atherosclerosis June 2018; 273: 91-97

[6] Nature May 23, 2018, Institute of Science for Society February 26, 2014

[7] Nature May 23, 2018

[8] Institute of Science for Society February 26, 2014

[9] Biological Psychiatry November 15, 2013; 74(10): 720-726

[10] New York Times May 25, 2018, https://www.nytimes.com/2018/05/25/opinion/sunday/meat-antibiotics-organic-farming.html

[11] UPI.com May 31, 2018, Los Angeles Times May 31, 2018, BuzzFeed News May 30, 2018

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