Betriebliche Gesundheitsförderung: Aufstehen, liebe Unternehmer!

Aachen (fet) - Bislang bietet nur jedes fünfte Unternehmen seinen Mitarbeitern spezielle Gesundheitsangebote. Doch das könnte sich über kurz oder lang bitter rächen.

Wie eine Studie der Techniker Krankenkasse zur Stresslage der Nation belegt, fühlt sich ein Großteil der Deutschen über die Norm hinausgehend gestresst. Stressfaktor Nummer eins ist der Job. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Stress und dessen Auswirkungen als eines der großen Gesundheitsrisiken der nächsten Jahre und Jahrzehnte ein. Doch nicht nur Dauerstress macht Menschen krank. Auch falsche Ernährungsgewohnheiten und mangelnde Bewegung beeinträchtigen die langfristige Leistungsfähigkeit. In Anbetracht dessen stellt sich die Frage, welche Verantwortung die Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tragen sollen wollen. Sie werden nicht einfach nur älter oder fühlen sich in ihrer mentalen und körperlichen Fitness zunehmend eingeschränkt. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Bewegungs- sowie Stützapparates zählen neben Depressionen und Burnout zu den gesundheitlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

Doch bisher beschränken sich viele Unternehmen lediglich auf die Durchführung jährlich stattfindender Gesundheitstage. An einem regulären Arbeitstag klären Vorträge, Workshops oder medizinische Tests über die schädlichen Folgen von Stress beziehungsweise über die positiven Auswirkungen einer bewussteren Ernährung und von mehr Bewegung auf. Doch die Wirkung derartiger Angebote verpufft im Arbeitsalltag schnell. Beschränkt sich die betriebliche Gesundheitsvorsorge sogar nur auf die finanzielle Beteiligung an medizinischen Vorsorgeuntersuchungen, bleibt die Risikominimierung und Prävention von Krankheiten meist nur ein frommer Wunsch.

Wäre es an dieser Stelle nicht sinnvoller, mit spezifischen Präventionsmaßnahmen zu beginnen, bevor die Gesundheit beeinträchtigt ist? Solche Maßnahmen zielen nicht nur auf gesündere und zufriedenere Mitarbeiter ab. Mittel- und langfristig stärken diese auch die Leistungsfähigkeit und Motivation selbst in stressigen Phasen. Das lässt sich in Unternehmen durch eine hohe Produktivitätsrate, eine gute Stressresistenz oder eine geringe Krankheitsquote messen. Hierfür sind auch nicht riesige Präventionspakete notwendig. Ernährungsberater und -therapeuten können beispielsweise bereits durch kleine, aber in kürzeren Abständen stattfindende Einzelmaßnahmen für einen guten Lebensstil und eine an den Job angepasste Ernährungsweise sensibilisieren. Vereinen die Angebote zudem verschiedene Lifestyle-Faktoren und stellen den Mitarbeiter und seine persönlichen Kompetenzen aktiv in den Fokus, ist der Weg für ein langjähriges gesundes und leistungsstarkes Unternehmen zumindest in dieser Hinsicht geebnet.

Weiterführende Informationen:

(1)    Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung, www.bgf-institut.de
(2)    Bleib locker Deutschland, TK-Studie zur Stresslage der Nation, 2013, abrufbar unter www.tk.de

Mit freundlicher Erlaubnis übernommen aus dem FET-Mitgliedernewsletter Mai 2014 > Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.  www.fet-ev.eu 

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