Angst vor Demenz? Vorbeugen ist möglich!

Aktuelle Studie - Angst vor Demenz? Vorbeugen ist möglich!

von Ulrike Gonder

Laut einer von Forsa durchgeführten repräsentativen Befragung im Auftrag der DAK fürchtet sich jeder zweite Deutsche am meisten vor Demenz oder Alzheimer. Insbesondere bei älteren Menschen rangiert die Sorge um die Hirngesundheit gleich nach der Angst vor Krebs. Der Grund: Demenz könne jeden treffen, und sie raube die Eigenständigkeit. Gerade vor diesem Hintergrund ist wichtig zu wissen: Demenz oder Alzheimer sind kein unausweichliches Schicksal! Vorbeugen ist möglich.

Demenzerkrankungen wie Alzheimer sind bislang unheilbar – und sie sind auf dem Vormarsch. Die Medizin hat ihnen wenig entgegenzusetzen (dazu auch ein Artikel auf RuhrNachrichten.de vom 26. November – Umfrage: Jeder Zweite hat Angst vor Demenz – und DAK-Pressemeldung „Jeder zweite Deutsche hat Angst vor Demenz“ vom November 2015, www.dak.de). Beginnend mit Gedächtnisstörungen lassen die Hirnfunktionen der Betroffenen immer mehr nach, das Denkorgan geht förmlich zugrunde. Das ist nicht nur beängstigend für die Betroffenen, die zu Beginn sehr wohl mitbekommen, was mit ihnen passiert. Es ist zudem eine enorme Belastung für die Pflegenden und eine finanzielle Herausforderung für die Gesellschaft.

Was gut für das Herz ist, ist auch gut fürs Gehirn

Alzheimer ist jedoch kein unausweichliches Schicksal! Zwar ist das Alter ein wichtiger Risikofaktor, es ist aber nicht die Ursache der Demenz. Wie der kürzlich verstorbene Altbundeskanzler Helmut Schmidt bewies, können auch über Neunzigjährige geistig topfit sein. Die gute Nachricht lautet, dass viele Risikofaktoren für eine Demenz, wie Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels, durch körperliche Aktivität, Nikotinverzicht und eine angemessene Ernährung gesenkt werden können. Auch ein gutes soziales Umfeld und geistige Herausforderungen sowie ausreichend Schlaf tragen dazu bei, das Gehirn bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig zu erhalten.

Nervennahrung Zucker?

Zwar gilt Zucker vielfach noch immer als Nervennahrung, er kann aber viele gesundheitliche Probleme bereiten. Zudem ist das alternde Gehirn oft nicht mehr in der Lage, seinen Energiebedarf mithilfe von Zucker zu decken. Es ist zunehmend darauf angewiesen, dass ihm ein alternativer Treibstoff zur Verfügung steht.

Gehirnzellen brauchen aber nicht nur Energie, sondern auch spezielle Nähr- und Schutzstoffe: Antioxidantien stecken in Gemüse, Salaten, Nüssen, Obst und Wein, das wichtige Jod und die unentbehrlichen Omega-3-Fettsäuren in Meeresfrüchten und Fisch. Etliche Studien belegen, dass eine mediterrane Kost mit reichlich Fisch, Olivenöl, Gemüse und Obst zu einem besseren Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit beiträgt.

Weniger Kohlenhydrate, mehr vom richtigen Fett

Die Energieversorgung der Hirnzellen lässt sich verbessern, indem weniger Kohlenhydrate in Form von zucker- und stärkereichen Lebensmitteln gegessen werden und dafür mehr Fett. Neben Fisch- und Olivenöl ist dies insbesondere Kokosöl, das reich an mittelkettigen Fettsäuren ist. Sie werden von der Leber bevorzugt in „Hirntreibstoff“ umgewandelt.

Ketone: alternativer Treibstoff

Unser Gehirn kann seine Energie nicht nur aus Zucker, sondern mindestens ebenso gut aus so genannten Ketonen gewinnen. Diese entstehen aus Fetten, den Umwandlungsprozess bewerkstelligt die Leber. Diese Fähigkeit rettet uns in Hungerzeiten das Leben und hält das Hirn auch bei Nahrungsmangel leistungsfähig. Ketone sind ein besonders effizienter „Super-Treibstoff“ fürs Hirn. Zudem schützen sie die Nervenzellen vor aggressiven Substanzen und fördern die Regeneration bereits geschädigter Nervenzellen. Das ist vor allem für Menschen interessant, die bereits erste Demenzsymptome zeigen.

Wie kommt man an Ketone?

Neben dem Fasten gibt es zwei alltagstauglichere Möglichkeiten: Die erste ist eine ketogene Ernährung, bei der sehr viel Fett, ausreichend Eiweiß und nur sehr wenige Kohlenhydrate gegessen werden. Wer nicht so weit gehen möchte, kann sich nach der LOGI-Methode moderat kohlenhydratreduziert ernähren und reichlich Kokosöl verwenden.

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